Trainieren Sie ganzheitlich dann bleiben Sie auch „gesund“

Wir sollten unseren Sport in erster Linie an unser Leben anpassen
Alle Teile des Körpers, die zu einer Funktion bestimmt sind, bleiben gesund, wachsen und haben ein gutes Alter, wenn sie mit Maß gebraucht werden und in den Arbeiten, an die jeder gewöhnt ist, geübt  werden. Wenn man sie aber nicht braucht, neigen sie eher zu Krankheiten, nehmen nicht zu und altern vorzeitig“
 Hippokrates, um 460-370 v. Chr.

 Was zählt im Leben
Vielleicht kennen Sie das: Wenn man krank ist, dann fällt einem plötzlich auf, wie schön es ist, wenn man schmecken und riechen kann, einen klaren Kopf hat, wenn man problemlos auf den Beinen stehen kann, Kraft hat. Viele nehmen sich in diesen Momenten dann vor, künftig besser auf sich und ihren Körper zu achten. Leider bleibt es nach der Genesung meist bei den guten Vorsätzen, die Taten bleiben aus oder ebben nach ein, zwei Wochen wieder ab.

Wir wissen eigentlich alle, was gesund ist und was nicht. Wie handeln nur nicht danach. Die Frage ist also, warum nicht? Die meisten von uns brauchen nicht unbedingt ein mehr an Wissen, sondern Motivation!!!

„Wenn wir ein Warum haben, dann ertragen wir auch das Wie“!
Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Gestalten Sie Ihr Training variantenreich und achten Sie auf die folgenden vier Punkte, so können Sie ja nach Tagesform Sport treiben und müssen kein Training mehr ausfallen lassen.

Erstens: Trainieren Sie klug
Bei vielen Hobby-, aber auch einigen Profisportlern, ist die Trainingsmentalität heute leider noch so: „Ein Training sei erst dann gut, wenn man danach richtig platt ist“. Das beste Training würde demnach täglich ausgeführt werden, so lange wie möglich und so intensiv wie möglich sein. Die meisten von uns wissen das ist nicht realisierbar und unklug. Selbst nicht für einen Profisportler, der sich hundertprozentig auf sein Training konzentrieren kann. Denn die meisten von uns haben noch ein echtes Leben: Mit Job, Familie, Haushalt, Haustier(en),  Bankkredit...

Deshalb sollten wir uns bei Sport und Bewegung mit Pauschalaussagen zurückhalten. Sie werden in meinen Blog-Beiträgen immer Ratschläge finden, die für einen Großteil der Leser umsetzbar sein sollten. Natürlich kann sich nicht jeder Leser mit dem gleichen Volumen und mit der gleichen Intensität bewegen. Das hängt u.a. vom individuellen Fitnesszustand und vom Alltag eines jeden ab. Gestalten Sie Ihr Training variantenreich und achten Sie auf die folgenden vier Punkte, so können Sie je nach Tagesform Sport treiben und müssen kein Training mehr ausfallen lassen.

Zweitens: Trainieren Sie ganzheitlich und klug
Die höchste Priorität hat ein Krafttraining. Daran führt kein Weg vorbei. Einfach, weil es den größten Einfluss auf Ihre Gesundheit und Ihr Aussehen hat. Nur „pumpen“ bringt Sie aber nicht weiter. Sie können das z.B. zum Teil an den schweren Jungs - aber auch bei immer mehr Frauen - im Fitness Studio beobachten. Von einer gesunden Haltung oder gar einem „gesunden“ / ausbalancierten Körper können wir leider in den wenigsten Fällen sprechen.  


Drittens: Flexibilität
Neben dem Training mit schweren Gewichten ist eine gute Flexibilität absolut notwendig. Was bringt es dem Fitness-Studio-Besucher, auf der Flachbank mit der Langhantel 150 Kilogramm zu drücken, wenn er bei jedem Satz Schmerzen erleidet und seinen Arm im Alltag nicht über den Kopf bewegen kann? Oder man plötzlich einen Bandscheibenvorfall aus dem nichts bekommt. Ein häufiger Grund: Mangelnde Beweglichkeit und zu viel Spannung in der umliegenden Muskulatur.

Evolution und die Lehren für unser Training
Blicken wir ein wenig in unsere evolutionäre Entwicklung zurück, so können wie erkennen dass wir nicht nur „Gewichte gestemmt“ haben und uns flexibel bewegten. So kletterten wir noch vor vielen, vielen Jahren auf Bäumen - Zwischenfrage: Können Sie einen richtigen Klimmzug? Schließlich sind wir dann in die Savanne umgesiedelt, um zu wandern und zu jagen. Das heißt, wir hatten eine ausgesprochen hohe Alltagsbewegung im niedrig intensiven Bereich, gepaart mit kurzen Ausschlägen, den Sprints (Jagd, Flucht). Der alte Homo Sapiens z.B. ist nach Berechnungen mindestens sechs Kilometer am Tag „marschiert“. Auf welche Strecken kommen Sie im Durchschnitt?
 
Viertens: Denken wie evolutionär
Wir müssen zum Glück nicht alles so machen wie vor 20.000 Jahren. Trotzdem können wir diese Bewegungsmuster als eine Art Gebrauchsanweisung für unseren eigenen Körper verwenden - da sich unsere Muskulatur, die Sehnen, Bänder, Knochen etc. kaum verändert haben. Darum sollten wir eine ausgewogene Entwicklung unseres Körpers  - in unserer bewegungsarmen Welt - vor allem durch Sport anstreben und zu Nutze machen.

Warum nun jeder einzelne dieser vier Punkte für uns so wichtig ist, möchte ich Ihnen anhand eines Beispiels näher bringen. Nehmen wir dazu ein gewöhnliches Fahrrad.

„Läuft Ihr Rad rund“?
Ihr Fahrrad läuft rund, wenn Sie alle Speichen (Kraft, Flexibilität, hohe und niedrige Laufintensitäten) gleichermaßen im Trainingsalltag berücksichtigen bzw. berücksichtigt haben. Sind jedoch in einem oder mehreren Bereichen Defizite, läuft Ihr Rad nicht rund. Sie fallen früher oder später auf die Nase.

Dieses eiernde Rad passt beispielweise zu einem gut trainierten Athleten, der vorbildlich trainiert und sich viel bewegt. Da er in seiner Beweglichkeit jedoch eingeschränkt ist, steigt, auf lange Sicht, die Gefahr eines „Unfalls“ (Verletzung). Ähnlich könnte das Rad bei einer Yoga-Lehrerin aussehen: Sie geht viel spazieren, ist topfit und zudem geschmeidig wie eine Katze. Was ihr fehlt, ist die Kraft.

Dieses Rad ist nur ein Modell. Sie müssen sich nicht den in gleichen Maßen bewegen, wie Sie z.B. Gewichte stemmen oder sprinten. Sie sollten aber alle vier Punkte in Ihrem Trainingsalltag berücksichtigen.  

Zur Umsetzung
Die Kunst besteht nun darin, auch unter erschwerten Umständen (anderer Ort, andere Zeit...) immer an der Verwirklichung Ihrer Ziele zu arbeiten. Kehren Sie auch in besonders stressigen Zeiten dem Training nie vollständig den Rücken. Sie sollten lernen Ihr Training an die jeweils aktuellen Geschehnisse anzupassen und so zu gestalten dass es Ihrer individuellen Tagesform entspricht. Das bedeutet, dass Sie zu unterschiedlichen Zeiten auch unterschiedliche Programme, Systeme und Vorgehensweisen lernen gezielt einzusetzen, um weiterhin produktiv und regelmäßig trainieren zu können. So ist die Option der Ausreden nicht mehr  gegeben.



Beispiel: Denken Sie an die Speichen unseres Rades. Sprühen Sie vor Energie gehen Sie sprinten oder betreiben Sie ein intensives Krafttraining. Fühlen Sie sich „schlapp“ oder Ihnen gehen zu viele Dinge durch den Kopf absolvieren Sie ein moderates Ausdauertraining (Spazieren, Rad fahren etc.) und tun Sie etwas für die Beweglichkeit. Tipp: Bewegungen im vollen Bewegungsbereich für die oft vernachlässigten Hüft- und Sprunggelenke oder die Halswirbelsäule sind körperlich nicht so mühsam und sorgen zudem für mehr Harmonie in Ihrem Körper.

Fazit: Sie sehen vor allem der Alltag (privat wie beruflich) entscheidet maßgeblich über Ihre Trainingsleistung und -gestaltung.  Lernen Sie die richtigen Gänge zu nutzen und bleiben Sie flexibel. Mehr Tipps und Tricks wie Sie Ihre Trainings- oder Ernährungsweisen Ihren derzeitigen Umständen anpassen können, erfahren Sie hier und in den folgenden Blogs.  

Herzlich Ihr
Stefan Krause


Schlüsselwörter: Ganzheitlichkeit, Krafttraining, Flexibilität, Alltagsbewegung, Sprints, Alltag und Training